Die zehnte Woche
Unglaublich, die Sonne scheint. Laut Wettervorhersage soll das auch für die nächsten Tage so bleiben.
Dieter hat mich zum Valentinstag-Brunch ins Wyndham Hotel eingeladen. Der Tisch ist für 12 Uhr bestellt. Das aufgebaute Buffet sieht sehr lecker aus. Zu den warmen Speisen werden diverse Salate, viele Kleinigkeiten (Tapas) wie Kroketten, gebackene Zwiebelringe, gefüllte Teigtaschen, Pasteten, Tacos, gefüllte Blätterteigstückchen, Wurst, Käse, um Einiges zu nennen, angeboten. Ein Nachtischbuffet rundet das Ganze ab. Das kann man gar nicht alles probieren. Gesättigt verlassen wir das Restaurant.
Das schöne Wetter muss genutzt werden. Wo fahren wir jetzt noch hin? Allgemeine Richtung Lagos. An einem Kreisverkehr biegen wir ab Richtung Mexilhoeira und kommen an Motodromo (Autorennstrecke) von Portimao vorbei. Leider ist von außen wenig zu sehen, aber zu hören. Es sind Autos auf der Rennstrecke. Wir fahren ein Stück den Berg hoch, dort gibt es ein kleines Stück der Strecke, das einsehbar ist. Schade, dass beim letzten hier veranstalteten Rennen das Wetter so schlecht war. Hätten wir gerne gesehen.
Auch in Portugal wird Karneval gefeiert. In Alvor soll heute ein Karnevalsumzug stattfinden. Als Ort ist das Flussufer angegeben, Start um 15 Uhr. Den Umzug wollen wir uns ansehen. Das Wetter spielt mit, es ist trocken aber sehr windig. Eine halbe Stunde vor der angegebenen Zeit sind wir am angegebenen Ort. Nichts von einem Umzug zu sehen. Einziger Hinweis, dass heute Fasching ist, sind einige verkleidete Kinder. Inzwischen ist mehr als eine Stunde vergangen und nichts ist passiert. Was machen wir jetzt? Weiter warten oder etwas Anderes unternehmen? Der kalte Wind ist sehr unangenehm. Die Entscheidung fällt für abbrechen und nach Silves fahren. Dort ist heute das Orangenfestival.
Bei der Fahrt aus der Stadt gibt es am Kreisverkehr einen Stau. Beim vorbei fahren ist noch das Ende eines Umzuges zu sehen, der sich durch die Altstadt bewegt. Das ist aber abseits der angekündigten Strecke. Nutzt nichts mehr, jetzt sind wir unterwegs.
Bei Silves angekommen stehen wir im Stau. Ganz langsam geht es vorwärts, bis das Messegelände erreicht ist. Wie schon zu vermuten war, sind alle Parkplätze in der Umgegend belegt. Keine Chance sich irgendwo hinzustellen. Also erneut Abbruch und zurück zum Apartment. Erst fahren wir aber noch einmal am Strand vorbei. Der Umzug ist anscheinend doch noch vorbeigekommen, es liegen Luftschlangen und Konfetti auf der Straße.
Ein sehr bekannter Karnevalsumzug findet an drei Tagen, von Sonntag bis Dienstag, in Loule statt. Die Wettervorhersage für heute, Montag, ist gut. Trocken und 16 Grad. Ein guter Tag für einen Ausflug, den wir mit einem Mittagessen verbinden. So sind wir um die Mittagszeit in Loule und es ist einfacher einen Parkplatz zu finden.
Die Strecke, auf der sich der Zug bewegt, ist noch nicht vollständig abgesperrt und die Kassen sind noch geschlossen. Der Eintritt aufs Gelände beträgt 2 €. Die Motivwagen, angekündigt sind 13, sind bereits aufgestellt, mit viel Platz zwischen den einzelnen Wagen. Das ist der Platz für die 600 Teilnehmer der Fußgruppen.
Wir gehen jetzt erst einmal beim Chinesen Mittagessen. Noch ist die Anzahl der Gäste überschaubar, das wird sich aber noch ändern. Kurz nach 14 Uhr wird das Lokal verlassen, um einen Platz auf der Tribüne zu suchen. Am Zugweg sind zwei Tribünen aufgestellt, die bereits gut gefüllt sind. Für uns findet sich noch ein Platz. Für eine Gruppe älterer Leute, die von Betreuern begleitet werden, werden auf Bitten der Betreuer Plätze auf der Tribüne frei gemacht. Alle finden einen Sitzplatz. In Portugal werden Luftschlangen und Konfetti geworfen. Die Gruppe hat einen großen Sack Konfetti dabei, das jetzt bereits großzügig verteilt wird.
Pünktlich um 15 Uhr, der Countdown wird runter gezählt, setzt sich der Zug in Bewegung. Loule ist bekannt für einen brasilianischen Karneval. Dementsprechend sind einige Sambagruppen im Zug vertreten. Die Tänzer präsentieren sich mit fantasievollen Kostümen und temperamentvollen Vorführungen. Die Kostüme der Teilnehmer sind für kaltes Wetter nicht geeignet. In einer Gruppe ist ein junger Mann dabei, der zu einem Lendenschurz nur noch eine farbige Bemalung trägt. Gut, dass die Temperaturen heute mit 16 Grad angenehm sind. Nach 90 Minuten hat die Parade eine Runde beendet. Ende ist aber erst nach 2 Stunden. Wer eine Gruppe verpasst hat oder sie noch einmal sehen möchte, der hat jetzt noch die Gelegenheit dazu. Um 17 Uhr ist der Umzug offiziell beendet.
Unser Auto steht im Parkhaus. Die Parkgebühr für knapp 4 Stunden beträgt immerhin 1,80 €. Die Rückfahrt geht zügig voran, bis nach Lagoa. Dort staut es sich. Für 3 Kilometer brauchen wir 45 Minuten. Ein Motorradfahrer ist in einem Kreisverkehr verunglückt. Die Feuerwehr sichert die Unfallstelle ab. Inzwischen geht es wieder einspurig an der Unfallstelle vorbei. Später als erwartet wird das Auto in der Tiefgarage geparkt.
Mittwoch, heute ist Markt in Quarteira. Zum letzten Mal in diesem Urlaub wollen wir dem Markt einen Besuch abstatten. Dort angekommen sind wir überrascht, wieviel Betrieb ist. Alle Parkplätze in der Umgebung sind belegt, Menschenscharen laufen Richtung Marktgelände. Was ist denn los? Gibt es was Besonderes? Für uns heißt es jetzt warten, bis einer der markierten Behindertenparkplätze frei wird. Nach einer halben Stunde ist es so weit, das Auto kann abgestellt werden.
Es ist seit langer Zeit wieder ein trockener Tag. Dementsprechend haben viele Händler Stände aufgebaut. Gut für einen Bummel und die letzten Einkäufe. Unser Lieblingsstand mit „Fettgebackenem“ ist auch wieder da. Einer Stärkung steht nichts im Wege.
Eine junge Frau, bei der haben wir im Januar etwas gekauft, erkennt uns wieder. Sie erzählt, dass es seit Januar der erste Markt ist, an dem sie wieder teilnimmt. Bei ihr sei der Markt nur ein Nebenerwerb. Andere Händler, die damit den Lebensunterhalt bestreiten, habe das schlechte Wetter sehr hart getroffen. Nach einem netten Plausch verabschieden wir uns, bis zum nächsten Jahr.
Auf dem Weg zurück nach Alvor, wird Halt im Restaurant Marun eingelegt. Das Tagesgericht, Brot, Oliven, Suppe, Softgetränk, Gulasch und Kaffee, kostet 12,50 €. Die Portion des Hauptgerichtes ist so groß, ein Rest bleibt auf dem Teller liegen.
Donnerstag, heute Nachmittag ist wieder Stammtisch in Alvor. Wir sind angemeldet. Zum Abendessen und Frühstück brauchen wir noch Brot. Das wird noch vor dem Treffen besorgt. Es ist zwar noch etwas früh, trotzdem setzten wir uns bereits ins Lokal. Scheint ein kleines Treffen zu werden, es sind nur zwei lange Tische zusammengeschoben. Als die Organisatoren der Gruppe eintreffen, regen die sich erst einmal auf. Abgesprochen war, dass die Tische im hinteren Bereich des Lokals für die Gruppe reserviert werden. Das ist aber nicht erfolgt. Die Gäste, die noch in diesem Bereich sitzen werden gebeten sich umzusetzen. Nachdem das erfolgt ist, kann es losgehen. Mit netten Gesprächen vergeht die Zeit. Für uns war es das letzte Treffen. Tschüss.
Traumwetter, Sonnenschein und es soll 18 Grad warm werden. Heute, Freitag, startet das Mandelblütenfest in Alta Mora. Alta Mora ist ca. 130 Kilometer entfernt in der Nähe der spanischen Grenze. Pünktlich um 11 Uhr, zur Eröffnung der Verkaufsstände, kommen wir am Anfang des Festgeländes an. Festgelände ist das gesamte Dorf. An der Abgrenzung sind einige Behindertenparkplätze eingerichtet. Ein Polizist weist unser Auto ein.
An der Kasse wird der Eintrittspreis, immerhin 4 €, entrichtet. Der Kassierer spricht deutsch. Er habe 50 Jahre in Deutschland gelebt und seit 15 Jahren sei er hier. Für den Eintrittspreis gibt es zusätzlich zur Eintrittskarte einen Kunststoffbecher mit dem Motiv des Mandelblütenfestes. Vorbei an den Verkaufsständen, an denen handwerklich hergestellt Waren angeboten werden, erreichen wir den Hauptplatz des Ortes. Hier ist eine der Bühnen aufgebaut. Neben Musikgruppen sind auch Jongleure zur Unterhaltung des Publikums unterwegs. Für das leibliche Wohl ist natürlich ebenfalls gesorgt. Der Appetit muss recht groß sein. Auf einem Grill dreht sich ein Ochse, auf einem anderen ein ganzes Schwein.
Auf was haben wir denn heute Appetit? Auf einem Preisschild wird Paella angepriesen. Das ist heute genau das Richtige. Der Standbetreiber meint, es dauert noch 45 Minuten, bis das Essen fertig ist. Kein Problem, auf einem Platz an der Sonne lässt sich die Zeit gut überbrücken. Hmm, die Pfanne ist noch leer. Unsere Überlegung, wie soll da die Paella in 45 Minuten fertig sein. Als Betreiber eines Street Food Standes sollte er aber wissen, was er macht.
Die Pfanne wird angeheizt, Fisch kommt hinein. Als der fertig gegart ist, kommt er raus und das erste Fleisch hinein. Während das Fleisch brutzelt, werden die nächsten Zutaten, Wurst, Dörrfleisch, etc. geschnitten und kommen in die Pfanne. Inzwischen ist bereits eine halbe Stunde vorbei. So eine große Menge Fleisch dauert, bis es angebraten ist. Anscheinend gibt es Probleme mit dem Brenner, da der Mann öfters nachschaut und an der Lüftung Einstellungen vornimmt. Er entschuldigt sich, dass es so lange dauert.
Zwiebeln, Paprika, Tomaten werden klein geschnitten und kommen in die Pfanne. Bis der Reis dazu kommt sind fast 1,5 Stunden vergangen. Jetzt noch Brühe und Gewürze dazu, die Fertigstellung nähert sich dem Ende. Nach portugiesischen 45 Minuten = 2 Stunden, ist es so weit, die Paella ist fertig. Sie schmeckt sehr gut.
Auf dem Weg zurück zum Auto werden noch ein paar Einkäufe getätigt. Ein Ausflug, der sich gelohnt hat.